Reflexion: 2015-11-15
Sonntag, 15. November 2015
Film Rezension „Steve Jobs“
Ein Film, den ich von Anfang an sehr packend fand. Sehr authentisch erzählt, wie aus dem Leben. Man blickt hinter die Fassade des Mannes der wusste, wie man sich verkaufen muss, um Erfolg zu haben. Gleichzeitig sieht man eine sehr verletzliche Seite von ihm, in der seine frühe Kindheit zum
Vorschein kommt. Einen Kontrollverlust, den er im frühesten Kindesalter erlitt.
Es kommt zum Ausdruck, dass es in einem Team immer jemanden geben muss, der die gemeinsame Arbeit präsentieren kann. Das liegt nicht jedem. Jobs war ein Egomane und Visionär und zumindest letzteres ist Voraussetzung für großen Erfolg. Er glaubte daran, er zweifelte nicht. Er tat sich allerdings auch schwer, die gemachten Fehler einzugestehen. Er war ein Mensch, der gern alles unter Kontrolle haben wollte. Eine größere Rolle spielt auch die Beziehung zu seiner Tochter, die er anfangs ablehnte, später aber dann doch eine engere Beziehung aufbaute.
Mit seinen Freunden entwickelt er die ersten Computer, er gerät aber mit allen dreien immer wieder aneinander. Im Film sieht man Teile der Lebensgeschichte des Perfektionisten zwischen 1984 und 1998 sowie die Entstehungsgeschichte des Macintosh, die Präsentation des NeXT- Computer und die Vorstellung des iMac.
Ob Jobs wirklich so war, wie es im Film beschrieben ist, weiß man natürlich nicht.

Ein wenig erinnerte der Film mich an „the social network“.
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Die ganze Welt trauert...
Die ganze Welt trauert, Paris befindet sich für drei Tage in Staatstrauer. Die Facebookgemeinde trägt blau-weiß-rot. Weil man meint, dass man damit Solidarität bekunden kann. Da frage ich mich dann wieder: Sollte es nicht eigentlich selbstverständlich sein, dass man Mitgefühl mit den Opfern hat?
Im Januar unterhielt ich mich mit meinem Mann, war Charlie Hebdo schon alles? Letztes Jahr im Dezember gab es auch schon Terrorwarnungen und ich dachte an die Weihnachtsmärkte in Deutschland, Berlin, die Frauenkirche in Dresden …müssten für einen extremistisch religiösen Terroristen gute Anschlagsziele sein. Es passierte Gott sei Dank nichts. Allerdings wissen wir auch nicht, was im Hintergrund abläuft. Wir wissen nicht wie viele Anschläge schon verhindert wurden. Wir schimpfen über die Überwachung hier, die aber gleichzeitig eine hohe innere Sicherheit mit sich bringt.
Vereitelte Anschläge gehen nicht durch die Nachrichten, man will Panik verhindern. Aber ich denke was die Sicherheitskräfte, Geheimdienste und Polizei sowie Bundesgrenzschutz oft für Meisterleistungen vollbringen, das merkt niemand. Erst wenn es nicht funktioniert… dann fällt es negativ auf.

Durch terroristische Anschläge wird der Fremdenhass einerseits verstärkt und als Bestätigung und Rechtfertigung für die Wut gegen Ausländer gesehen. Andererseits würde der Hass auf Ausländer auch ohne Anschläge nicht gemindert, da man hier längst die Kontrolle verloren hat.
Selbst bei registrierten Flüchtlingen, weiß ich nicht, was ist das für ein Mensch?, welchen Hintergrund hat er?, im Ausweis steht nicht „Terrorist“, „kein Terrorist“ oder „Ausbildung bei IS“. So einfach funktioniert das auch nicht. Ich halte nichts von Schubladen.

Es ist klar, dass man Menschen in Not helfen muss. Familien mit Kindern, in deren Heimat alles in Schutt und Asche liegt. Trotzdem sollte man besser über Europa verteilen um den Hilfesuchenden ein sichereres und menschenwürdigeres Leben zu ermöglichen. Zelte und Baumärkte sind keine Lösung. Es ist unrealistisch zu behaupten, dass man Flüchtlinge innerhalb von 2-3 Jahren hier integrieren kann. Das funktioniert einfach nicht. Wir kennen die Abläufe hier doch. Es dauert Jahre… Warum bietet man neben dem Deutschunterricht, keinen Unterricht in deutscher Kultur an? Wenn man z.B. nur einen Markt kennt, kann man gar nicht wissen, dass man hier im Supermarkt erst kaufen muss und dann probieren darf. Wenn man immer über einer Feuerstelle kochte, kann man nicht wissen, wie hier ein Herd funktioniert.
Wobei es für mich trotzdem auch immer eine Frage des Wollens ist. Möchte ich mich überhaupt anpassen? Von Asiaten, deren Kultur ja auch vollkommen anderes ist, hörte ich nie von Auseinandersetzungen, oder dass sie beispielsweise einen Buddha auf dem Marktplatz fordern. Sie leben ihre Kultur für sich, sind aber trotzdem bereit sich anzupassen. Sie respektieren Frauen auch als Autoritäten.

Ich finde allerdings diese sinnlose Geposte von Bildern von vermüllten Zügen oder andersrum das ständige „Refugees welcome“ absolut nervig, ich kann es alles nicht mehr hören und sehen. Dieses gegenseitige Aufstacheln geht mir so auf den Sender! Da stehen sich Rechte und Linke in nichts nach. Da ich in einer linksautonomen Stadt lebe, bekomme ich gerade besonders viel von den Linken mit. Das ist einfach kein Deut besser. Einen Anschlag auf Leute, die in deren Augen „rechts“ sind? Das hat nichts mit Toleranz und Respekt zu tun.
Was würden wir tun, wenn das Land in dem wir leben, in Schutt und Asche liegt?
Wir würden auch flüchten, wir würden unsere Familien und Freunde retten wollen. Also ist das für mich nachvollziehbar. Meine Meinung. Wir sollten Flüchtlinge nicht verurteilen, wir sollten Terrorismus und Extremismus verurteilen.
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