Reflexion
Samstag, 6. Juni 2015
Meinungsfreiheit, Meinungstoleranz
Ich liebe Worte wie Freiheit und Toleranz. 
Was mir des Öfteren auffällt ist, dass es vielen Menschen schwerfällt, andere Meinungen zu akzeptieren. Meinungen, die vielleicht nicht irgendwelchen Normen oder Vorgaben entsprechen.
Sie fühlen sich persönlich angegriffen,
auch mir ging das zeitweise so, manchmal immer noch.
Ich arbeite daran, Meinungen, auch wenn ich ganz anderer bin, so stehen zu lassen und zu akzeptieren, dass mein Gegenüber diese Meinung vertritt.
Man wird sich NIE mit jedem einig sein. Das ist vielleicht wieder ein Traumharmoniedenken.
Es gelingt mir mittlerweile besser.
Ich bin nicht abhängig von der Anerkennung Anderer.
Erstmal muss ich mir die notwendige Anerkennung zu kommen lassen.
Ist das wieder so ein Erziehungsding? Liegt es in den Genen, am Umfeld oder eher an den Lebenserfahrungen, die man machte?
Definiere ich mich durch meinem Beruf? Bei mir war das zwar nicht der Fall, aber ich könnte mir vorstellen, dass jeder Mensch versucht, sich durch irgendetwas zu definieren. Hobbies, Partner, Familie, viele Freunde und Bekannte, Arbeit, Vereinstätigkeit…
Wenn ich das mache, bin ich abhängig, und je nach Erfolg oder Misserfolg, steigert oder sinkt mein Selbstwert. Solange man Erfolg hat ist das ungefährlich, aber was passiert bei einem Misserfolg?
Vielleicht ist das ein Automatismus?
Habe ich genug Ressourcen um Misserfolgen entgegen zu wirken?
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Sonntag, 31. Mai 2015
Freiheit und Orientierung
Eine Frage die mir schon länger durch den Kopf geht ist: „Verlieren wir bei so vielen Freiheiten nicht irgendwann den Überblick?“
Ich liebe die Unabhängigkeit und meine Freiheit, doch bei den heutzutage unbegrenzten Möglichkeiten scheint es oft schwer die richtige Entscheidung zu treffen. Alles ist schnelllebig, ich habe gar keine Zeit mir einen Überblick zu verschaffen.
Das fängt schon an, wenn ich im Kaufland vorm Regal mit Auswahl an Schokolade stehe.
So viele Sorten, ich bin überfordert. Sicher ist es in dem Fall nicht von großer Bedeutung, ich probiere eine Sorte aus und wenn sie mir schmeckt, kaufe ich sie wieder. Wenn nicht, habe ich noch ungefähr 100 andere Sorten zu Auswahl und zum Probieren.
Aber bei wichtigen Entscheidungen bleibt mir oft nicht die Zeit, alles im Ganzen zu sehen und zu verstehen.
Vor 10 Jahren fand ich die Berufswahl schwierig, ich hatte keine Ahnung von Berufspraxis, außer einem zweiwöchigen Praktikum in einem Lebensmitteldiscounter.
Und dies war keine gute Erfahrung, schon dort wurde ich für eben typische „Praktikantenarbeiten“ missbraucht, wie z.B. Botengänge zum mitarbeitergefürchteten Chef.
Ich war ein ruhiger, schüchterner Teenager mit kaum Selbstvertrauen und vielen Ängsten.
Doch das glaubte man mir nicht, Andere dachten ich habe keine Lust.
Warum wird Angst oft als Unlust missverstanden?
Warum werde ich allgemein oft missverstanden?
Ich bin anders, meine gemachten Erfahrungen prägten mich stark.
Anders wird leider oft mit „verrückt“ oder „komisch“ gleichgesetzt. Ich litt früher sehr darunter. Mittlerweile weiß ich, dass es wichtiger ist, wie ich zu mir stehe.
Kann ich mir keinen Überblick verschaffen, gerate ich in Stress, ich mag Übersichtlichkeit ohne übertrieben pedantisch zu sein. Ich bin ein organisierter Chaot.
Freiheit ist käuflich, manchmal. Hier bekommt man als Besserverdiener einen Kredit, als Schlechtverdiener keinen, man kann sich auf Kaution freikaufen, wenn man gegen das Gesetz vorstoßen hat, Jemand der eine GmbH gründete, die insolvent ging, kann das jederzeit auf Namen von Verwandten wieder tun, die Geschädigten haben davon keinen Nutzen.
Geschenke müssen einen Wert von mindestens 200€ haben, das Kind soll möglichst an 4-5 kostenintensiven Freizeitaktivitäten teilnehmen, damit es im Alter von 12 den ersten Burnout erleidet.
Smartphone und Tablet PC, Essen und notwendige Kleidung sind zweitrangig.
Kapitalismus und Materialismus, der hier nicht gesehen werden will, aber sehr präsent ist.
Einen Tablet PC hätte ich auch gern, aber eher deshalb, weil mein 8 Jahre altes Netbook ausgedient hat und ich einen PC brauche.
Ein von mir stammendes Zitat lautete: „Jahrelang haben unsere Vorfahren für die Freiheit einer Auswahl von 30 Sorten Eis gekämpft um sich am Ende trotzdem für das schon vorher bekannte Vanille zu entscheiden.“
Das war sinnbildlich gemeint, doch erst jetzt verstehe ich es. Der Mensch ist überfordert. Es ist manchmal unangenehm, zu zugeben das man etwas nicht weiß oder versteht: Was ist eigentlich Cashew, Limoncello oder Zuppa?
Eine Schlange von 17 Leuten im Nacken, der ungeduldige Blick des Eisverkäufers, Druck sich möglichst schnell entscheiden zu müssen, Druck, den man selbst erzeugt, Gedanken wie: „Ich kann doch die Leute nicht so lange warten lassen.“ Man möchte nicht nerven, dabei ist es doch legitim etwas zu erfragen, man kann nicht alles wissen.
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Donnerstag, 21. Mai 2015
Loslassen.
Es gibt Leute, die mich gern haben, gern in meiner Nähe sind und mit mir Zeit verbringen wollen, die meine Meinung akzeptieren, auch wenn sie eine Andere haben.
Es gibt Leute, die stehen hinter mir, trotz allen meinen Schwächen, meinen Fehlern, die mir auch mal verzeihen.
Es gibt Leute, die für mich da sind, wenn es mir gut geht und wenn ich schwierige Zeiten durchlebe, und all das beruht auf Gegenseitigkeit.
Diese Menschen sind wichtig, sie tun mir gut, ich möchte sie nicht mehr missen und würde sie nie eintauschen wollen, für diese Menschen bin ich DANKBAR.
Und es gibt Menschen, die sich für unersetzbar halten, die versuchen mich emotional zu erpressen, zu manipulieren, die nicht hinter mir stehen,
die nicht in meiner Nähe sein wollen, oder nur wenn ich gefälligst dafür dankbar bin, aber ich bin nicht dankbar für Menschen, die mich im Regen stehen lassen,
die mich behandeln wie ein dummes, kleines Kind und von ihrer angeblich fehlerlosen Art so überzeugt sind, dass sie versuchen mir dafür ein schlechtes Gewissen einzureden. Von diesen Leuten, werde ich mich verabschieden, sie tun mir nicht gut, sie verletzen mich immer wieder.
Ich werde mich niemanden aufzwingen, ich habe meine Meinung, kann die natürlich auch mal ändern, aber emotional erpressen, lasse ich mich nicht. Es ist an der Zeit, dass mich von meinem verträumten Idealismus zu
verabschieden, es ist einfach zu enttäuschend.
Bin ich ein Pessimist? Vielleicht war ich mal ein Optimist, aber die Enttäuschungen haben sich gehäuft, ich lebe zufriedener, wenn ich meine Anforderungen herunterschraube, wenn ich weniger erwarte.
Das mag zwar nicht immer die richtige Haltung sein und ab und zu bin ich immer noch ein Optimist, immerhin habe ich einiges gelernt.
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