Reflexion: 2015-04-04
Sonntag, 5. April 2015
Die Furcht vor Menschen und ich…
Schon lange dachte ich darüber nach, mich in Selbstverteidigung auszuprobieren. Ich machte also per Email einen Termin für ein Probetraining aus. Der Trainer schrieb auch nett zurück, und bot mir gleich einen Termin an und meinte ich könne ihn auch telefonisch erreichen und meine Telefonnummer hinterlegen. ICH? Anrufen ? Aaaaaaaaaaah…schon beim lesen dieses Wortes „telefonisch“ fühle ich mich unwohl und angespannt.
Ich schreibe ihm also eine E-Mail zurück, nenne ihn auch meine Telefonnummer, hoffe aber, dass er mich nicht versucht anzurufen, wobei ich beim Festnetz ja immer noch sagen kann, „…habe ich nicht mitbekommen“.
Er bestätigt schriftlich den Termin, kein Anruf… Erleichterung.
Auf der Fahrt zum Training gebe ich mich noch relativ cool, höre meine Lieblingsmusik volle Lautstärke und habe relativ gute Laune. Ich bin viel zu zeitig, will ja nicht zum ersten Training zu spät kommen. Aufregung, ich fange an zu schwitzen, sehe alle 20 Sekunden auf die Uhr, während ich in meinem Auto warte, dass es nicht zu spät und nicht zu früh ist um die Wing-Tsun Schule zu betreten.
Meine bessere Hälfte kannte jemanden, der auch dort ist, und ich solle mich vorher mit ihr treffen.
Schon ziemlich eingeschüchtert mache ich mich mit ihr bekannt, meine Angst und Sorge war unbegründet, sie ist superfreundlich, wir betreten zusammen die Räumlichkeiten.
Ich fange an zu zittern, hoffentlich niemand den ich kenne, denke ich und gleichzeitig wünsche ich mir Sicherheit.
Als das Training beginnt, zeigt mir einer der Ausbilder die Grundlangen, ich habe einen knallroten Kopf, das sehe ich durch die Spiegel überall, mein Puls rast, ich schwitze total und meine Handfläche sind wahnsinnig nass, das bekommt er natürlich mit, denn in den Übungen kommt man sich ja sehr nahe.
Ich habe Angst man könne den Angstschweiß riechen, es ist mir unangenehm.
Ich glaube er versuchte, mir die Aufregung zu nehmen.
Ich ärgere mich darüber, dass das so ein Problem für mich ist, ich hasse die Angst.
Kaum jemand kann sich vorstellen wie viel Überwindung das Ganze mich kostet,
ich möchte das machen um Selbstvertrauen zu gewinnen, weniger Angst zu haben, aber ich will mich nicht ständig erklären müssen, warum ich so bin wie ich bin.
Ein Mädel, vielleicht Anfang 20 zeigte mir auch einige Übungen, sie fragte mich warum ich das Ganze machen will.
Im Nachhinein habe ich mich darüber geärgert, dass ich ihr ein paar Sachen grob aus der Vergangenheit erzählte, es geht sie nichts an sie kennt mich nicht, sie kann es nicht verstehen.
Aber da war die Angst gleich von Anfang an wieder nicht gemocht zu werden größer, und um nicht nichts zu sagen… sagte ich ihr, ich wurde gemobbt und gestalkt.
Ich ärgerte mich. Ich bin in direkter Kommunikation oft so blockiert, dass ich nicht das sage was ich denke, oder das sage, was ich sagen will,… es kommt einfach was anderes raus.
Ich hasse die Angst.
Die Angst die mich schon so lange quält.
Für Andere nicht verständlich. Für Andere so einfach, mit dem Gegenüber zu reden.
Ich fühle mich beobachtet, meine Angst nicht zu verstehen, was mir erklärt wird und folglich als dumm oder unfähig zu gelten, ist wieder da, ich fühle mich wie an einem ersten Arbeitstag.
Ich kann es nicht in Worte fassen, was ich fühle…
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