Reflexion: 2015-04-09
Freitag, 10. April 2015
Glaube, Selbstliebe und Christ sein
Ich bin evangelisch freikirchlich aufgewachsen, die Gemeinde legt sich auf keine Richtung fest, aber man kann sagen es ist ein Mix aus Charismatiker, Pfingstler und Baptistengemeinde.
Der Stil änderte sich allerdings mehrfach, ich fand es in den Neunzigern radikaler, als jetzt. Mittlerweile habe ich meine Mitgliedschaft dort beendet, ab und zu gehe ich in die Landeskirche, zugegebenermaßen eher selten.
Die Gefahr, wenn man kirchlich aufwächst, besteht darin, dass man möglicherweise nur EINE Richtung kennt, es ist nicht die Kirche/Gemeinde an sich, es sind die Leute die vieles falsch verstehen, falsch auslegen, interpretieren.
Allein im Evangelisch-Freikirchlichen, gibt es so viele unterschiedliche Abspaltungen, zig unterschiedliche Ansichten, unterschiedliche Bibelübersetzungen, unterschiedliche Praktiken,
ist jede Gemeinde der Meinung, ihre Ansicht wäre die Beste?
Kann ich das beurteilen, wenn ich nie andere Gottesdienste besuche?
Muss ich mich wundern, dass solche Glaubengemeinschaften als Sekten bezeichnet werden?
Bei dem Wort „Sekte“ zuckt wahrscheinlich jeder Gläubige zusammen.
Bin ich gläubig weil ich einer Gemeinde oder Kirche angehöre?
Ich sehe das nicht so, ich glaube nicht, dass ein Kirchgänger automatisch gläubig(er) ist, als ein Anderer, der nicht in die Kirche geht.
Was mich nervt, ist wenn jemand versucht mir seine Ansicht(Glauben) aufzudrücken.
Vieles verstehe ich auch jetzt erst nach Jahren besser, viele Christen lehnen ja z.B. Hypnose, Yoga usw. ab, ich würde mich auch keiner Hypnose unterziehen, schon der Gedanken daran macht mir Angst.
In unserer Gemeinde wurde eine Zeitlang sowas Ähnliches praktiziert, es nennt sich „ruhen im heiligen Geist“. Eigentlich nichts anderes als Hypnose oder Autosuggestion nur dass sich dabei auf Gott berufen wird, dem Mensch wird die „Hand aufgelegt“ das heißt es wird für denjenigen gebetet und teilweise fallen sie in einen tranceähnlichen Zustand.
Beängstigend wenn man sowas nicht kennt. Vor allem, woher weiß ich denn 100% das das von Gott kommt? Ich glaube zu wenig, sagt man mir, ich müsse mehr Gottvertrauen haben.
Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Steht in der Bibel, meist wird aber nur der erste Teil zitiert: „Liebe deinen Nächsten…“ Manch einer sagt es sei Quatsch, dass ich mich erst selbst lieben muss, bevor ich Andere lieben kann. Aber ist es nicht letztendlich so? Wie soll ich mit Anderen klar kommen, wenn ich nicht mit mir selbst klar komme. Selbstliebe ist für mich kein Egoismus. Sondern notwendig, das heißt ja nicht, dass ich mich nur noch um mich selbst drehe, dafür bin ich gar nicht der Typ, aber wenn ich mich nicht selbst achte und wertschätze, kann das auf Dauer nur schief gehen.
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