Reflexion: 2015-04-08
Mittwoch, 8. April 2015
Gastronomie satirisch gesehen...
Jeder, der in der Branche arbeitet, bzw. mal gearbeitet hat, wird das zumindest zu großen Teilen bestätigen können.

Herzlich willkommen in der Ausbildung, die Ausbildung zur Restaurantfachkraft, auf Deutsch „Kellner/in“,
Besser bekannt als „Saftschubse“, „Thekenschlampe“, „Tellertaxi“ oder auch „Arsch zum Bier holen“.
Reinigungsfachkraft wäre aber treffender.

Vom Gast auch gerne mal als Paartherapeut, Bote, Fotograf, Erzieher, Navigator oder Seelsorger, am besten alles in einem, schließlich musst du flexibel sein, missbraucht.

Trägt die Servicefachkraft ein Namensschild, ist das reine Dekoration, der Gast kennt dich nicht aber deinen Namen, du hast mehrere Namen, beispielsweise „Fräulein???!!!“/ „Junger Mann“, „Hallo?“ Bedienung?!“oder „Frau Oberin“/ „Herr Ober“.

!!VORSICHT!!
Dieser Beruf ist nicht absolut nicht empfehlenswert für Personen, die nicht bereit sind, ihr Privatleben dafür aufzugeben.
Es gibt keine arbeitsfreien Feiertage, Samstage, Sonntage, auch keinen Ausgleich für die Feiertage.

Freuen sie sich auf:
- schlechte Bezahlung
- negatives Arbeitsklima, besonders auf dem Land
- wenig bis keine Pausen, die wenigen selbstverständlich unbezahlt
- Essensgeld, welches vom Lohn abgezogen wird, ob sie essen oder nicht

Ein Restaurant auf dem Land kämpft jeden Tag ums Überleben, was dir dein Arbeitgeber jeden Tag in Jammerhymnen bewusst macht. Das vom Staat erteilte Rauchverbot brach bereits vielen Inhabern das Genick, nur dafür kann ich als Arbeitnehmer und Nichtraucher trotzdem nichts.
Gleich mal zum Thema Nichtraucher, als Nichtraucher, brauchst du in der Gastronomie keine Pausen,
du kannst jederzeit 10 Stunden ohne Pause durcharbeiten, als Gastronom kennst du Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken nicht.
Natürlich stehst du auch jederzeit auf Abruf bereit, selbstverständlich unbezahlt, da du ja so gut verdienst. Auf Trinkgeld verzichtest du auch gern, wer braucht sowas schon?
Außer deinem Chef?
In Betrieben wo du dein Trinkgeld behalten darfst, freust du dich selbstverständlich über 0,05€ die du aber auf Jeden Fall „mit der Küche teilen“ und „nicht alles auf einmal ausgeben“ sollst.
Du schenkst dem großzügigen Gast dein schönstes Lächeln.
Der Gast bzw. der Kunde ist König, verhält sich aber in den seltensten Fällen wie einer.
Trotz allem musst du ihn natürlich so behandeln.
Wenn der Gast sagt, der Wein korkt, dann korkt er. Du bringst ihm selbstverständlich eine neue Flasche, auch wenn es ein Wein mit Schraubverschluss war.
Woher soll der Kellner wissen, dass Riesling ein Rotwein ist?
Der Gast weiß das besser, lassen Sie ihm gefälligst in seinem Glauben
Der Gast vom Land bevorzugt Rumpsteak „well done“. „Ich esse doch kein rohes Fleisch!“
Für den Koch ist das eine Vergewaltigung des Fleisches.

Ich konnte nie herausfinden, was ein „Expresso“ und ein „ Latte Matschjato“ sind. Fand die so überzeugend ausgesprochenen Worte nicht im Lexikon.

Selbstverständlich steht die Servicekraft dem Gast ständig zur vollsten Verfügung, sie braucht weder Privatleben noch Schlaf, sie kann problemlos 20 Tage am Stück durchzuarbeiten, es ist für sie selbstverständlich den Urlaub für den Betrieb abzubrechen.

Wenden Sie sich hilfesuchend nach außen, werden Sie nicht ernst genommen,
Sie müssen „in ihrem Alter, halt mal da durch“ „erstmal arbeiten“ außerdem „Lehrjahres sind keine Herrenjahre“.

Nach der Berufsschule zu arbeiten ist, trotz gesetzlichen Verbotes, auch kein Problem, natürlich auch unter 18 nicht. 11Stunden Ruhe zwischen dem nächsten Arbeitstag benötigen Sie natürlich nicht.
Sie sind eine Maschine, die man ein -und ausschalten kann.

Hört sich doch nach einem absoluten Traumberuf an?

Ein weiteres Kapitel ist der Küchenchef, gern ertragen Sie seine cholerischen Launen, die Ausbildung zum Küchenchef beinhaltet übrigens Schulungen zum Thema:
„Wie treibe ich meine Mitarbeiter in den Wahnsinn?“
„Schrei, schrei, schrei“ und
„Gewaltsame Kommunikation“
Praktische Kurse sind u.a. „Mitarbeiter mit Küchenutensil bewerfen“ und
„ Beschimpfung und Beleidigung des Personals“


Das waren meinen Erfahrungen, mittlerweile gibt es ja Mindestlohn, mal sehen, ob sich was ändert.
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