Reflexion: Was tun, mit der nicht erwünschten Hilfestellung?
Donnerstag, 2. Juni 2016
Was tun, mit der nicht erwünschten Hilfestellung?
Gute Frage.

Ich fühle mich gezwungen, dankbar zu sein.
Ich wollte diese Hilfe gar nicht. Aber die Helfer-Person fühlte sich wohl verpflichtet zu helfen, ich fühle mich verpflichtet zu danken. Ich denke, dass sie gern hilft, aber ich möchte unabhängig sein, nicht ist geschenkt. Die meisten Geschenke sind ja doch an bestimmte, nicht ausgesprochene Erwartungen geknüpft. Was tun, dankend ablehnen?
In diesem Fall schon zu spät. Mir blieb also keine andere Wahl, als "Danke" zu sagen. Dankbarkeit ist anders, dafür muss ich nicht unbedingt "danke" sagen und mich zu einem Lächeln zwingen, denn das passiert automatisch. Das schlechte Gewissen- ich bin nicht dankbar genug. Die Dame tat mir leid. Schwierige Sache mit dem Pflichtgefühl, für mich schon immer gewesen und die Dame fühlte sich wohl auch verpflichtet.

Bin ich dankbarer, wenn ich Hilfe erwarte?
Wahrscheinlich nicht.
Aber Hilfe, die mich in meiner Selbstständigkeit behindert, trägt auch nicht gerade zu Dankbarkeit bei. Gefreut habe ich mich trotz allem über einige Hilfestellungen.

Und was genau ist nun Dankbarkeit?
Es ist nicht die Abnahme von unliebsamen Aufgaben, zumindest kann es das nicht auf Dauer sein, denn das widerspricht meinem Ehrgeiz die Dinge selbst in die Hand nehmen zu können.
Dankbarkeit ist vielleicht ein Streicheln(gestreichelt werden) der Seele?
Wertschätzung und Anerkennung?
Muss nicht nur bei Hilfe entstehen.

Ich erinnere mich gerade daran, dass es irgendso ein Bibelleseprogramm gab,
in dem man jeden Tag für 5 Dinge dankbar sein soll.
Also 5 Dinge aufschreiben. Ich glaube da verliert das Ganze an Wert und Sinn.
Dass ist ähnlich, wie wenn ich mir selbst sagen soll, dass ich mich liebe und dass ich schön bin, und zwar 3-5 Mal am Tag, das funktioniert bei mir nicht, nur wenn ich das selbst glaube und vertrete und da ist nun mal nicht jeder Tag wie der Andere.

Werde mir noch ein paar Gedanken zum Thema Dankbarkeit machen.
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