Reflexion
Donnerstag, 2. Juni 2016
die deutsche Sprache
... Für uns so selbstverständlich, wir verschwenden keinen Gedanken daran, wie, was geschrieben wird. Dann wird es schwierig, jemanden, der diese Sprache lernen möchte, Eselsbrücken zu geben. Unsere Sprache ist in vielen Fällen einfach unlogisch. In der Aussprache, in der Grammatik,.. Zur Zeit habe ich mittwochs Deutschunterricht. Die Dozentin erklärte uns den Unterschied zwischen end- und ent- so, alles was mit Ende zu tun hat, wird mit "d" geschrieben. Nunja, das war uns nicht neu, wir witzelten rum, dass man dann "endlos" mit "t" schreiben müsste.

Wie erklärt man einem Deutschlernenden die Artikel, wann wird der, die, das verwendet? Es gibt keine Erklärung dafür. Wir Deutsch- Muttersprachler wissen das, wir kennen es nicht anders. Gibt es Wörter, bei denen ich mir nicht sicher bin, wie sie geschrieben werden, gehe ich nach Gefühl.
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Was tun, mit der nicht erwünschten Hilfestellung?
Gute Frage.

Ich fühle mich gezwungen, dankbar zu sein.
Ich wollte diese Hilfe gar nicht. Aber die Helfer-Person fühlte sich wohl verpflichtet zu helfen, ich fühle mich verpflichtet zu danken. Ich denke, dass sie gern hilft, aber ich möchte unabhängig sein, nicht ist geschenkt. Die meisten Geschenke sind ja doch an bestimmte, nicht ausgesprochene Erwartungen geknüpft. Was tun, dankend ablehnen?
In diesem Fall schon zu spät. Mir blieb also keine andere Wahl, als "Danke" zu sagen. Dankbarkeit ist anders, dafür muss ich nicht unbedingt "danke" sagen und mich zu einem Lächeln zwingen, denn das passiert automatisch. Das schlechte Gewissen- ich bin nicht dankbar genug. Die Dame tat mir leid. Schwierige Sache mit dem Pflichtgefühl, für mich schon immer gewesen und die Dame fühlte sich wohl auch verpflichtet.

Bin ich dankbarer, wenn ich Hilfe erwarte?
Wahrscheinlich nicht.
Aber Hilfe, die mich in meiner Selbstständigkeit behindert, trägt auch nicht gerade zu Dankbarkeit bei. Gefreut habe ich mich trotz allem über einige Hilfestellungen.

Und was genau ist nun Dankbarkeit?
Es ist nicht die Abnahme von unliebsamen Aufgaben, zumindest kann es das nicht auf Dauer sein, denn das widerspricht meinem Ehrgeiz die Dinge selbst in die Hand nehmen zu können.
Dankbarkeit ist vielleicht ein Streicheln(gestreichelt werden) der Seele?
Wertschätzung und Anerkennung?
Muss nicht nur bei Hilfe entstehen.

Ich erinnere mich gerade daran, dass es irgendso ein Bibelleseprogramm gab,
in dem man jeden Tag für 5 Dinge dankbar sein soll.
Also 5 Dinge aufschreiben. Ich glaube da verliert das Ganze an Wert und Sinn.
Dass ist ähnlich, wie wenn ich mir selbst sagen soll, dass ich mich liebe und dass ich schön bin, und zwar 3-5 Mal am Tag, das funktioniert bei mir nicht, nur wenn ich das selbst glaube und vertrete und da ist nun mal nicht jeder Tag wie der Andere.

Werde mir noch ein paar Gedanken zum Thema Dankbarkeit machen.
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Angst vor der Höhe
Eigentlich ist die Angst vor der Höhe keine Höhenangst, jedenfalls bei mir nicht. Es ist mehr die Angst vorm Fallen.

Tief fallen.
Nicht aufgefangen werden.
Angst vor der Tiefe.

Eigentlich weiß ich das, aber richtig bewusst wurde es mir, wieder einmal, vor ein paar Tagen. Ich, die nie Angst hatte, in irgendwelchen Bergen "rumzukraxeln", jeden Turm bestieg, Achterbahnen liebte, habe seit ein paar Jahren plötzlich Probleme damit. In der Metrostation in Prag verliefen die Rolltreppe sehr steil nach oben, bei den ersten beiden "Versuchen" musste ich mich zwingen nach oben zu schauen, bzw. Ja nicht nach unten, beim 3. Mal war ich schon fast daran gewöhnt. Ich bin nicht gefallen, gestürzt oder sonstiges, ich war sicher. Auch sonst fall ich seit zwei Jahren weich. Nicht tiefer als 3 oder 4. <- Insider. Und selbst 3 oder 4 kommen kaum vor.

Ich bin weniger verpeilt, für meine Verhältnisse, also nicht mehr immer,
früher war ich ständig verpeilt, meine Freunde kannten mich nicht anders.
Trug zur Unterhaltung und Belustigung Anderer bei.
Mir war das eher peinlich und unangenehm.

So mied ich Menschenmassen und trug/trage damit weiter zur Unterhaltung bei.
Doch es ist unwichtig geworden. Meistens. Bei Nacht.
Wenn es dunkel ist, kann man mein Gesicht nicht sehen, im Sommer ist Sonnenbrillenzeit.
In Prag war das egal, ich konnte ich sein.
Aber irgendwann geht jede Reise zu Ende.
Schön wäre es, wenn die der Unsicherheit mal enden würde.
Franz Kafka faszinierte mich, auch so ein Sensibler, ich kaufte mir "Briefe an den Vater".
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Montag, 30. Mai 2016
der Frosch im Teich...
...weiß nichts vom Meer.

Routine abgelegt.


We are enjoing our stay.

Ein paar Engländer waren der Meinung M. wäre ein Dealer. Bin mir nicht sicher, ob es an seinem Tshirt mit Hanfblattaufdruck lag oder daran, dass man mich als Junkie zu erkennen glaubte. 😉
Zum Frosch im Teich: Die Neugier und Aufregung vor Neuland ist glücklicherweise manchmal stärker als die Ängste und Unsicherheiten. Ich denke, dass ich auf viele Erfahrungen stolz sein kann, bzw. mir mittlerweile viel positives rausziehen kann.

Heute war Tag II in Prag, auf dem Programm standen das Kafka Museum, ich war absolut begeistert, im Gegensatz zu fast allen meiner Freunde behandelten wir Kafka leider nie in der Schule. Einer, der mich mal wirklich interessiert hätte, ausgestellt wurden viele seiner Tagebucheinträge, Bilder und Werke, im Hintergrund lief das Moldaulied, von wem war es gleich? Smetana? Einen Film gab es auch, die Art der Ausstellung gefiel mir.
Ein weiterer Programmpunkt war das jüdische Museum, sowie die Synagoge, war für nicht nicht sonderlich interessant, naja interessant ist vielleicht das falsche Wort. Das Thema 2. Weltkrieg hängt mir einfach zum Halse raus. Bis zum Erbrechen trichterte man uns eine Mitschuld für die Verbrechen unserer Vorfahren ein. Die Synagoge war vollkommen mit den Namen der Holocaustopfer beschrieben, was mir erneut die Anzahl der sinnlos und grausam getöteten Menschen in einem riesigen Ausmaß bewusst werden lässt. Auf dem dahinter befindlichen Friedhof standen 1000e Gräber, zum Teil noch aus dem 17. Jh. M. erzählte, die Leichen wurden übereinander gestapelt beerdigt, da es so viele waren. Der erste Programmpunkt war übrigens der Zoo, der hier in Prag ist wirklich riesig. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit mit meinem M. hier. Ich genieße es sehr.



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Sonntag, 29. Mai 2016
Bei manchen Gedanken denke ich mir immer, daran darfs du nicht mal denken, daran zu denken.
Ich denke trotzdem dran, ich muss mir nicht selbst irgendwelche Regeln auferlegen, nun ja... ich mache es ja doch. Regeln... Vielleicht nicht unter dem Namen "Regeln", eher unter "Aufgaben". Klingt nicht ganz so nach Zwang.

Heute früh machten wir uns auf den Weg nach Prag. Diesmal per Zug. Haben ein Hotel am Stadtrand gebucht, per Zug ist es in dem Fall flexibler und entspannter. Freue mich auf unsere gemeinsame Zeit. Mittags angekommen, trafen wir uns mit einer Freundin des Schwievas, sicherlich gut und lieb gemeint, aber mir schon wieder zuviel. Ich muss selbst erkunden und mich orientieren, das will ich auch so. M. ist das anders gewohnt, aber auch ihm war es zuviel, wir schafften es zwar uns abzugrenzen, aber ich nicht ohne schlechten Gewissens, glaubte ernsthaft, ich bin ein böser, schrecklicher und unhöflicher Mensch. Man sollte nal uberdenken, wie merkwürdig das ist. Gedanklich weiß ich ja, ich muss diese mir "auferlegte" Hilfe nicht in Anspruch nehmen. Bzw. mich nicht rechtfertigten, wenn ich sie nicht annehme. Trotzdem hielt ich mich sofort wieder für grob und unhöflich. M. telefonierte später mit seiner Mutter und die Dame sagte über mich sei eine ganz liebe und ruhige.Oh? Ich? Die Frage ist, wer bläute mir ein, dass ich so schrecklich bin, bzw. mich dafür halte?

Wir sahen uns dann die Altstadt an, mit all ihren Häusern, im altkommunistischen und Mittelalterstil. Die kleinen Gassen erinnern mich an Südtirol, und auch die Altstadt und die Getränke der Leute(Aperol Sprizz) wecken Erinnerungen an Bozen. Wir aßen Steinofenpizza und einen leckeren Ceasar- Salat. Die Karlsbrücke faszinierte uns eine ganze Weile, mich begeistertn besonders die jungen Musiker mit Cello, Geige, Bongos und Bass. Ich kaufte mir eine CD, sie covern die Melodien bekannter Rock und Klassiksongs. Alles in allem ein toller Tag, ich bin froh, dass wir uns abgrenzen konnte. .
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